Thorakale vs lumbale Skoliose: Der entscheidende Unterschied

Wie du die Unterschiede der zwei Hauptklassifikationen von Skoliosen erkennst

Person mit Hohlkreuz und vorgeneigtem Nacken
Inhaltsverzeichnis

Jede Skoliose ist anders – aber sie folgt klaren Mustern

Wenn du eine Skoliose hast, kennst du das wahrscheinlich:
Jeder Arzt sagt etwas anderes. Der Physiotherapeut empfiehlt „allgemeine Rückenstärkung“. Dein Orthopäde sagt: „Einfach beobachten.“ Und du stehst da und denkst: Wie kann ich meine Symptome lindern?

Das Problem mit den meisten Skoliose-Übungen, die du auf YouTube oder einschlägigen Fitnessseiten findest, ist: Sie gehen davon aus, dass jede Skoliose gleich ist. Die Ersteller dieser Übungen kennen oft nicht den entscheidenden Unterschied zwischen dreibogigen und vierbogigen Skoliosen – das sind die zwei Hauptkategorien, die völlig unterschiedliche Therapieansätze erfordern.

Zwei Skoliosen können im Brustbereich die exakt gleiche Krümmung aufweisen, dann aber in der Lendenwirbelsäule völlig unterschiedlich verlaufen. Und genau das wirkt sich massiv darauf aus, welche Übung dir hilft, welche überhaupt keinen Effekt hat – und welche deine Situation verschlimmern kann.

Hier ist die gute Nachricht: Obwohl jede Skoliose einzigartig ist, lassen sich Skoliosearten erkennen und in klare Muster einteilen. Über 100 Jahre Schroth-Therapie haben zu einer präzisen Kategorisierung geführt, die dabei hilft, bessere Therapien zu entwickeln.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht nur in der Anzahl der Krümmungen, sondern vor allem darin, wo die Hauptkrümmung liegt und wie das Becken reagiert. Für das ungeschulte Auge sieht die Therapie von außen betrachtet nahezu identisch aus. Für den erfahrenen Therapeuten gibt es aber essenzielle Unterschiede – Unterschiede, die über Erfolg oder Misserfolg deiner Behandlung entscheiden.

In diesem Artikel lernst du:

  • Wie du die Art deiner Skoliose erkennen kannst und warum das über deinen Therapie-Erfolg entscheidet
  • Was thorakale und lumbale Skoliosen voneinander unterscheidet
  • Antwort auf die Frage: Welche Skolioseform habe ich?
  • Welche 7 Untertypen existieren (Kurzübersicht mit Links zu Detailartikeln)
  • Wie du den nächsten Schritt gehst, um deinen genauen Typ bestimmen zu lassen

Warum die richtige Einordnung deiner Skoliose-Art entscheidend ist

Es gibt nicht „die eine Skoliose“. Um Skoliose-Arten erkennen zu können, musst du verstehen: Zwei Skoliosen können im Brustbereich identisch aussehen, sich in der Lendenwirbelsäule aber völlig unterschiedlich verhalten. Und genau dieser Unterschied zwischen dreibogigen und vierbogigen Formen entscheidet darüber, welche Übung dir hilft – und welche deine Krümmung verschlimmert.

Das klingt theoretisch? Dann lass mich dir von Maria (19) erzählen. Sie kam mit starken Unterrückenschmerzen und Schwindelanfällen zu mir. Ihr Hausarzt hatte eine Skoliose ausgeschlossen – trotz sichtbarem Schulter- und Beckenschiefstand. Statt eines Röntgenbildes verschrieb er 10 Einheiten Fango-Therapie. Nach meiner Anamnese war klar: Eine Skoliose ist sehr wahrscheinlich. Aber welche Form?

Hier wird es kritisch: Hätte ich Maria Übungen für eine lumbale Skoliose gegeben, obwohl sie eine thorakale hat, hätte ich ihren Beckenschiefstand verstärkt. Übungen, die bei lumbalen Formen die Brustwirbelsäule korrigieren, können bei thorakalen Formen das Becken weiter rotieren lassen und anders herum. Das Röntgenbild zeigte später: Maria hatte eine thorakale Skoliose. Wäre ich von einer lumbalen Skoliose ausgegangen, hätte ich ihr geschadet – trotz bester Absicht.

Das Problem beginnt oft schon bei der Diagnose. Viele Allgemeinärzte kennen den Unterschied zwischen dreibogiger und vierbogiger Skoliose nicht. Für sie bedeutet Skoliose: „Brustwirbelsäule krumm“. Sehen sie dort keine ausgeprägte Kurve, diagnostizieren sie keine behandlungsbedürftige Skoliose. Genau deshalb werden lumbale Skoliosen mit Hauptkrümmung in der Lendenwirbelsäule häufig übersehen. Und selbst wenn die Diagnose „Skoliose“ gestellt wird – ohne die genaue Einordnung bleibt die Therapie Glückssache.

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Auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Röntgenbild gibt Aufschluss über thorakale Skoliose. 

Was passiert bei falscher Einordnung?

Falsche Übungen verschlimmern deine Krümmung: Wenn man nicht zwischen dreibogigen und vierbogigen Skoliosen unterscheidet, kann eine Korrektur, die bei der einen Form die Wirbelsäule aufrichtet, bei der anderen die Lendenkrümmung verstärken.

Monate oder Jahre ohne Fortschritt: Du übst diszipliniert – aber es wird nicht besser. Manchmal sogar schlimmer.

Wie sich thorakale und lumbale Skoliosen unterscheiden

Die Einordnung der Skoliose erfolgt auf zwei Ebenen: Mit einem Röntgenbild lässt sich die Form eindeutig bestimmen. Ohne Röntgenbild kannst du anhand äußerer Merkmale erste Hinweise erkennen – die endgültige Gewissheit bringt aber nur die radiologische Untersuchung.

Mit Röntgenbild: die eindeutige Diagnose

Um zweifelsfrei zu erkennen, ob es sich um eine thorakale oder lumbale Skoliose handelt, brauchst du ein Röntgenbild. Darauf lässt sich eindeutig bestimmen:

  1. Wo die Hauptkrümmung liegt: Brustwirbelsäule (BWS), Lendenwirbelsäule (LWS) oder dazwischen (thorakolumbal)? Diese Information ist der Schlüssel zur Beantwortung der Frage „Welche Skolioseform habe ich?“
  2. Wie viele Bögen sich bilden: thorakale Skoliosen haben drei ausgeprägte Krümmungen, lumbale Skoliosen in der Regel vier. Doch der Unterschied liegt nicht nur in der Zahl – entscheidend ist, wo der Hauptbogen liegt.
Unterscheidung von Skoliosen nach Hauptkrümmung und Anzahl der Bögen

 

Ohne Röntgenbild: Hinweise erkennen

Auch ohne Röntgenbild kannst du durch Hinweise erkennen, welche Form wahrscheinlich ist:

  1. Brustkorb-Veränderungen: Die Verdrehung der Wirbelkörper beeinflusst immer auch den Brustkorb. Ein stark ausgeprägter Rippenbuckel deutet oft auf eine thorakale Skoliose mit thorakaler Hauptkrümmung hin.
  2. Kompensationsmuster: Das sagittale Profil (von der Seite betrachtet) gibt weitere Hinweise:
    • thorakale Skoliosen: Oft übermäßig ausgeprägter Rundrücken und Hohlkreuz
    • lumbale Skoliosen: Eher flaches Rückenprofil

Wichtig: Diese Hinweise ersetzen kein Röntgenbild. Sie können die Verdachtsdiagnose stützen, aber nur die radiologische Untersuchung bringt Gewissheit. Je weniger ausgeprägt deine Skoliose ist, desto schwieriger wird es, ohne ein Röntgenbild die genaue Form, und damit auch die Therapie zu bestimmen.

Ansicht der Hauptunterschiede bei Skoliosen, anhand derer sich die Klassifikation bestimmen lässt.

Ein wichtiger Hinweis zur Hauptrichtung 

Die meisten Skoliosen (80–90 %) krümmen sich im Brustbereich nach rechts. Alle Beschreibungen in diesem Artikel gehen von dieser rechtsseitigen Hauptkrümmung aus.

Falls deine Skoliose linkskonvex verläuft, gelten die gleichen Prinzipien – nur seitenverkehrt.

Thorakale oder lumbale Skoliose: Der fundamentale Unterschied

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Um den Unterschied zwischen einer thorakalen und einer lumbalen Skoliose zu verdeutlichen, ist es hilfreich, den Oberkörper in Blöcke zu unterteilen. 

Diese Einteilung erleichtert es uns nachher, dreibogige von vierbogigen Skoliosen zu unterscheiden. Wir unterteilen den Rücken in vier Teile.
Den Schulterblock, der den oberen Teil der Brustwirbelsäule beinhaltet. Den Brustblock, der den Rest der Brustwirbelsäule abdeckt.
Den Lendenblock, der aus der gesamten Lendenwirbelsäule besteht, und den Beckenblock, also das Becken selbst.
Bei einer Wirbelsäule ohne Skoliose sind diese vier Abschnitte übereinander ausgerichtet.

Bei einer thorakalen Skoliose teilen wir den Oberkörper in drei Blöcke:

  • Block 1: Halswirbelsäule
  • Block 2: Brustwirbelsäule
  • Block 3: Lendenwirbelsäule und Becken

Wie der Name schon vermuten lässt, entstehen hier drei Kurven. Die größte Kurve – der sogenannte Hauptbogen – liegt bei dreibogigen Skoliosen immer im Bereich der Brustwirbelsäule (Block 2). Block 1 und Block 3 bilden die Gegenkurven dazu.

Das entscheidende Merkmal: Die Brustwirbelsäule und das Becken schieben bei einer dreibogigen Skoliose immer in entgegengesetzte Richtungen.

Bei einer lumbalen Skoliose teilt sich der Oberkörper in vier Blöcke:

  • Block 1: Halswirbelsäule
  • Block 2: Brustwirbelsäule
  • Block 3: Lendenwirbelsäule
  • Block 4: Becken

Der Hauptbogen – also die größte Krümmung – befindet sich bei der vierbogigen Skoliose immer in Block 3, der Lendenwirbelsäule.

Das entscheidende Merkmal: Becken und Brustwirbelsäule schieben bei einer vierbogigen Skoliose immer in die gleiche Richtung.

Wichtig zu verstehen: Der Unterschied liegt nicht nur in der Anzahl der Bögen. Entscheidend ist, wo die Hauptkrümmung liegt und wie das Becken und die Hüfte darauf reagieren.

Hier siehst du die Anzahl der Blöcke, je nach Skolioseart. Der rote Block zeigt den Hauptbogen, der die Skoliose-Klassifikation kennzeichnet.

Thorakale Skoliosen - das musst du wissen

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Die hier gezeigten Skoliosen sind rechtskonvex – sie krümmen sich also in der Brustwirbelsäule nach rechts. Alle folgenden Beschreibungen beziehen sich auf rechtsseitige Skoliosen. Selbstverständlich kann jede Form auch spiegelverkehrt verlaufen, mit einer linksseitigen Hauptkrümmung.

Das Grundmuster: Bei allen thorakalen Formen liegt die rechtsseitige Hauptkrümmung im Brust- oder thorakolumbalen Bereich (thorakolumbal bedeutet: im Übergangsbereich zwischen Lenden- und Brustwirbelsäule). Hinzu kommen zwei Kompensationskrümmungen.

Häufigkeit: Die thorakale Form 3CH ist mit 60% aller Fälle die mit Abstand häufigste Skoliose-Art überhaupt.

Was alle thorakalen Formen miteinander gemeinsam haben:

Die Hauptkrümmung – der am stärksten ausgeprägte Bogen – befindet sich in der Brustwirbelsäule. Das führt zu charakteristischen äußeren Merkmalen, an denen du Skoliose Arten erkennen kannst:

  • Deutlicher Rippenbuckel rechts hinten: Durch die Verdrehung der Wirbelkörper wandern die Rippen nach hinten und bilden eine sichtbare Wölbung
  • Ausgeprägter Schulterschiefstand: Die rechte Schulter steht häufig höher als die linke
  • Hüftverschiebung: Die Hüfte verschiebt sich meist in die entgegengesetzte Richtung des Hauptbogens (dies variiert allerdings je nach Untertyp)

Was die thorakalen Formen voneinander unterscheidet:

  • Die genaue Lage der Hauptkrümmung: Liegt sie im oberen Brustbereich, im mittleren Abschnitt oder am thorakolumbalen Übergang?
  • Das Verhalten der Hüfte: Wie stark ist die Hüftverschiebung ausgeprägt? Ist die Hüfte prominent oder neutral?

Lumbale Skoliosen - das musst du wissen

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Das Grundmuster: Lumbale Skoliosen zeigen vier ausgeprägte Bogensegmente über die gesamte Wirbelsäule verteilt. Ein interessanter Aspekt: Von außen sind sie oft schwerer zu identifizieren, wenn du Skoliose Arten erkennen möchtest. Häufig fehlt der ausgeprägte Rippenbuckel, und der Rücken wirkt „natürlicher“ – zumindest solange die Bögen nicht zu groß sind.

Das charakteristische Merkmal:

Das Becken verhält sich bei lumbalen Skoliosen genau gegenläufig zu dreibogigen Formen. Dieser fundamentale Unterschied ist essenziell: Das rechte Becken kippt nach vorn und steht meist etwas höher als das linke.

Diese gegenläufige Beckenstellung ist der Schlüssel zum Verständnis, warum die Therapie sich so fundamental unterscheidet.

Besonderheit: Oft zeigen sich zwei fast gleichstarke Krümmungen – eine in der Brustwirbelsäule, eine in der Lendenwirbelsäule. Dabei ist der Lendenbogen typischerweise der größere der beiden. Das ist wichtig zu wissen, wenn du dich fragst: „Welche Skolioseform habe ich?

Komplexität: Der Körper muss bei lumbalen Skoliosen in allen Wirbelsäulenabschnitten stark kompensieren. Das macht die Behandlung anspruchsvoller, aber keineswegs unmöglich.

Unterschiede von thorakalen und lumbalen Skoliosen tabellarisch zusammengefasst

Warum die Therapie völlig unterschiedlich sein muss

Hier wird deutlich, warum es so wichtig ist, zwischen thorakalen und lumbalen Skoliosen zu unterscheiden: Diese Unterscheidung ist keine akademische Spielerei, sondern überlebenswichtig für deine Therapie.

Bei thorakalen Skoliosen bewegt sich das Becken typischerweise entgegen der thorakalen Krümmung. Wenn die Brustwirbelsäule nach rechts krümmt, verschiebt sich das Becken nach links.

Bei lumbalen Skoliosen bewegt sich das Becken entgegen der lumbalen Krümmung – und das ist genau gegenläufig zur thorakalen Form!

Das Schroth-Prinzip: Während die Korrekturmaßnahmen für die Brustwirbelsäule bei beiden Formen fast identisch verlaufen, unterscheiden sich die Korrekturen des Beckenblocks drastisch. Wer die Skoliosearten hier nicht richtig erkennen kann, macht fatale Fehler.

Das konkrete Problem: Würde man die Beckenkorrektur einer thorakalen rechtskonvexen Skoliose bei einer rechtskonvexen lumbalen Skoliose anwenden, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass man den Bogen in der Lendenwirbelsäule verstärkt, statt ihn zu verkleinern.

Konkretes Beispiel, anhand einer thorakalen Skoliose:

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Bei dieser Skoliose-Übung, ist die Überkorrektur ein zentraler Bestandteil. Durch diese Form der Bewegung wird das Skoliosemuster umgekehrt und die Muskulatur des Patienten muss „umdenken“. 

Würde man dieselbe Übung bei einer rechtskonvexen lumbalen Skoliose ausführen, würde Folgendes passieren:

Bei einer lumbalen Skoliose würde genau die gleiche Korrektur die Situation verschlimmern! Der thorakale Bogen würde durch die Bewegung zwar korrigiert werden, die lumbale Kurve würde allerdings stark verstärkt werden. Das Becken muss hier in die entgegengesetzte Richtung korrigiert werden.

Du siehst also … Zwei Skoliosen mit einer rechtskonvexen Kurve im Brustbereich benötigen unterschiedliche Übungsansätze für die Korrektur.

Die 7 Skoliose-Untertypen: Kurz-Überblick für Neugierige

Fragst du dich immer noch: „Welche Skolioseform habe ich?“ Dann ist es wichtig zu wissen: Innerhalb derthorakalen und lumbalen Formen gibt es weitere Feinabstufungen. Insgesamt unterscheidet die Schroth-Methode sieben verschiedene Skoliose-Typen.

Warum diese weitere Unterteilung? Eine noch präzisere Lokalisierung der Hauptkrümmung ermöglicht eine noch spezifischere Therapie. Jeder dieser sieben Typen hat sein eigenes charakteristisches Muster – und braucht leicht angepasste Korrekturstrategien.

Wichtig zu wissen: Diese Details sind vor allem für Therapeuten relevant. Um Skoliose-Arten erkennen zu können, ist es für dich erst einmal wichtig, zu wissen, ob du eine dreibogige oder vierbogige Skoliose hast. Die genaue Zuordnung zu einem der sieben Untertypen erfolgt dann durch deinen Schroth-Therapeuten am Röntgenbild.

Die zwei Skoliose-Hauptgruppen:

Es gibt vier thorakale Klassifikationen:

Je nachdem, wo genau die Hauptkrümmung liegt und wie die Hüfte sich verhält, gibt es vier verschiedene Untertypen:

  • 3CH: Die häufigste Form mit Hüftprominenz (60 % aller Skoliosen)
  • 3CTL: Hauptkrümmung am thorakolumbalen Übergang
  • 3CN: Neutrale Hüftstellung, ausgeglicheneres Erscheinungsbild
  • 3CL: Dominante Lendenkrümmung zusätzlich zur Brustkrümmung

→ Ein ausführlicher Artikel zu allen thorakalen Skoliose-Klassifikationen ist in Arbeit.

Es gibt drei lumbale Klassifikationen:

Die komplexeren Formen mit vier Bögen unterteilen sich in:

  • 4C: Zwei fast gleichstarke Hauptkrümmungen
  • 4CL: Vier Bögen mit besonderem Schwerpunkt auf der Lendenwirbelsäule
  • 4CTL: Thorakolumbaler Schwerpunkt bei vierbogiger Struktur

→ Ein ausführlicher Artikel zu allen lumbalen Skoliose-Klassifikationen ist in Arbeit.

Skoliosearten erkennen: So findest du heraus, welchen Typ du hast

Du fragst dich jetzt vielleicht: „Welche Skolioseform habe ich?“ und „Kann ich selbst Skoliosearten erkennen?“

Die kurze Antwort: Erste Hinweise ja, sichere Diagnose nein. Nur ein ausgebildeter Schroth-Therapeut kann anhand deines Röntgenbilds den genauen Typ bestimmen und feststellen, ob du eine thorakale oder lumbale Skoliose hast.

Warum eine professionelle Diagnose unverzichtbar ist

COBB-Winkel müssen präzise gemessen werden. Der Grad der Krümmung lässt sich nur am Röntgenbild exakt bestimmen. Unterschiede von wenigen Grad können therapeutisch relevant sein.

Rotationsgrade sind von außen nicht sichtbar. Die Verdrehung der Wirbelkörper – ein entscheidender Faktor für die Therapieplanung – kann man nicht ertasten oder am Rippenbuckel ablesen.

Die Grenzen zwischen den Typen können fließend sein. Manche Skoliosen zeigen Merkmale mehrerer Typen. Hier braucht es ein geschultes Auge, das Skoliosearten erkennen kann.

Erste Hinweise, die du selbst erkennen kannst

Auch wenn du nicht selbst zwischen dreibogigen und vierbogigen Skoliosen unterscheiden kannst, gibt es Anzeichen, die darauf hindeuten, dass du eine Skoliose hast:

Schulterstand: Steht eine Schulter deutlich höher oder tiefer als die andere? Ragt ein Schulterblatt stärker hervor?

Hüftstellung beim Stehen im Spiegel: Steht deine Hüfte gerade, oder ist eine Seite deutlich angehoben? Sind die Taillendreiecke (der Raum zwischen deinem herunterhängenden Arm und deiner Taille) unterschiedlich groß?

Taillendreieck-Symmetrie: Bei Skoliose sind die beiden Taillendreiecke meist asymmetrisch – eines erscheint eingeknickt, das andere ausgewölbt.

Rippenbuckel beim Vorbeugen (Adams-Test): Dies ist der bekannteste Selbsttest: Beuge dich mit gestreckten Beinen nach vorn und lass jemanden von hinten auf deinen Rücken schauen. Bei Skoliose wölbt sich eine Seite deutlich nach oben (Rippenbuckel), während die andere Seite flacher bleibt.

Aber: Dies ersetzt keine Diagnose!

Diese Selbsttests können dir einen ersten Hinweis darauf geben, ob du eine Skoliose haben könntest. Sie können aber niemals die Frage „Welche Skolioseform habe ich?“ sicher beantworten. Und schon gar nicht können sie dir sagen, welcher der sieben Typen du bist oder ob du eine thorakale oder lumbale Skoliose hast.

Dein nächster Schritt:

Wenn du Skoliose-Arten erkennen möchtest und Anzeichen bei dir entdeckst – oder wenn du bereits weißt, dass du eine Skoliose hast, aber nicht genau, welche Art –, vereinbare einen Termin bei einem Schroth-Therapeuten.

Dein nächster Schritt: Von der Erkenntnis zur Therapie

Du hast jetzt ein fundiertes Verständnis davon, warum nicht alle Skoliosen gleich sind – und warum es so entscheidend ist, zwischen dreibogigen und vierbogigen Skolioseformen zu unterscheiden.

Was du jetzt weißt:

  • Es gibt zwei Haupt-Kategorien: thorakale und lumbale Skoliosen
  • Diese unterscheiden sich fundamental in der Beckenstellung und darin, wo die Hauptkrümmung liegt
  • Um Skoliosearten erkennen zu können, musst du vier Faktoren beachten: Lage der Hauptkrümmung, Anzahl der Bögen, Rotationsgrad, Kompensationsmechanismen
  • Die Therapie muss exakt darauf abgestimmt sein – die falsche Korrektur kann deine Situation verschlimmern
  • Es gibt sieben präzise Untertypen, die eine noch spezifischere Behandlung ermöglichen

Deine Handlungsoptionen jetzt:

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Option 1: Professionelle Haltungsanalyse bei Der Haltungsarchitekt

Kleine Transparenz-Info: Rechtlich darf ich mich nicht „Therapeut“ nennen, weil ich kein Physiotherapeut bin. Aber – und jetzt wird’s interessant – ich habe die exakt gleichen Weiterbildungen durchlaufen wie Schroth-zertifizierte Physiotherapeuten. Normalerweise ist die Schroth-Ausbildung sogar Physios vorbehalten.

Warum zu mir?

Falls du dich fragst, woher das Wissen in diesem Artikel kommt: Die Röntgenbilder sind aus meiner Praxis, die Analyse-Methoden sind die, die ich täglich anwende, und die Übungen basieren auf meiner intensiven Arbeit mit Skoliotikern in Berlin im Rahmen meines Skoliose-Coachings.

Was dich bei mir erwartet:

  • Detaillierte Haltungsanalyse (auch ohne Röntgenbild möglich)
  • Bestimmung deines Skoliose-Typs (nur mithilfe eines Röntgenbilds möglich)
  • Individueller Trainingsplan basierend auf der Schroth-Methodik
  • 1:1-Betreuung in privater Studio-Atmosphäre (keine Gruppen-Physio)
  • Flexibilität bei Terminen und Trainingshäufigkeit

Der Unterschied zu klassischer Physiotherapie:

  • Längere Sessions (60–90 Min statt 20 Min)
  • Fokus auf nachhaltige Bewegungsmuster
  • Kombination aus Schroth-Methode und funktionalem Training
  • Keine Rezept-Abhängigkeit

Jetzt kostenlose Erstberatung vereinbaren – wir schauen uns deine Haltung an und ich erkläre dir, welcher Skoliose-Typ du bist.

Option 2: Schroth-zertifizierte Physiotherapeuten finden

Falls du lieber den klassischen Weg über Physiotherapie mit Rezept gehen möchtest:

Suche nach offiziellen Schroth-Therapeuten in deiner Nähe.

Haltungsanalyse: Der Therapeut analysiert deine Haltung und Krümmungsmuster visuell und durch manuelle Tests. Falls du bereits ein Röntgenbild hast, kann dieses zur genaueren Bestimmung herangezogen werden.

Bestimmung deines Typs: Anhand der Analyse erfährst du, ob du eine thorakale oder lumbale Skoliose hast und welcher Untertyp auf dich zutrifft.

Individueller Therapieplan: Basierend auf deinem Typ wird ein maßgeschneiderter Schroth-Übungsplan erstellt.

Wichtige Fragen an deinen Therapeuten:

  • „Welche Skoliose-Form habe ich?“ (thorakal oder lumbal?)
  • „Welchen der sieben Schroth-Typen habe ich genau?“
  • „Brauche ich ein Röntgenbild für eine genauere Diagnose?“
  • „Wie oft muss ich üben?“
  • „Was ist das realistische Ziel in meinem Fall?“

Deine Fragen zur Skoliose - beantwortet

Mathis Wagenbach

Mathis ist Personal Trainer und Haltungsspezialist mit Schroth-Zertifizierung für die Schroth-Methode.

Vor seiner Trainerkarriere arbeitete er als professioneller Balletttänzer – diese Erfahrung kombiniert er heute mit der präzisen Schroth-Methodik, um Menschen mit Skoliose zu helfen.

Wichtig: Mathis ist kein Physiotherapeut, hat aber die gleiche Schroth-Ausbildung durchlaufen wie zertifizierte Physios. In seiner Arbeit, als „Der Haltungsarchitekt“ in Berlin analysiert er Haltungsmuster, bestimmt Skoliose-Typen und entwickelt individuelle Trainingspläne – mit mehr Zeit pro Session und flexiblerer Betreuung als klassische Physiotherapie.

Seine Expertise: Bewegungsanalyse aus über 15 Jahren Bühnenerfahrung + wissenschaftlich fundierte Skoliose-Korrektur nach Schroth.

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